Transparenz hilft Stromsparen

Bottroper testeten das „Intelligente Zuhause“

Eines der zentralen Themen, wenn es um Energieeffizienz, Verbrauchstransparenz und intelligentes Energie-management geht, ist das „Smart Metering“, sprich: der Einsatz intelligenter Stromzähler. In welchem Maß intelligente Stromzähler tatsächlich beim Stromsparen helfen können und wie es um die Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz solcher Systeme beim Verbraucher bestellt ist, wollten die Emscher Lippe Energie (ELE) und RWE Effizienz gemeinsam herausfinden. Und wo ließe sich das wohl besser testen als in der InnovationCity, wo man sehr ehrgeizige Ziele in Sachen Energiesparen und Klimaschutz verfolgt?


Im November 2011 hatte man in diesem Sinne das Projekt „Intelligentes Zuhause“ gestartet und die alten Stromzähler in 50 Bottroper Haushalten durch neue, „smarte“ Zähler ersetzt. Zusätzlich hatte man die Projektteilnehmer mit einem RWE SmartHome-Paket ausgerüstet und es ihnen so ermöglicht, ihre elektrischen Geräte im Haus miteinander zu vernetzen und bedarfsgerecht zu steuern. Nach fast eineinhalb Jahren war es nun an der Zeit, die gesammelten Erfahrungen abzufragen und Bilanz zu ziehen. Bei einer Abschlussveranstaltung im Zentrum für Information und Beratung (ZIB) suchten die Verantwortlichen von ELE und RWE Effizienz dazu das Gespräch mit den Teilnehmern.


Einsparungen von etwa fünf Prozent lassen sich durch mehr Transparenz beim Energieverbrauch erzielen, das belegen aktuelle Studien und Feldversuche. Transparent wurde der eigene Energieverbrauch für die Teilnehmer durch das „ELE Energiecockpit“. In diesem Online-Kundenportal konnten sie das eigene Verbrauchsverhalten exakt nachvollziehen, um es dann eventuell zu ändern – ein Tool, das sich die Tester eifrig zu Nutze machten. So besuchte der Großteil der Projektteilnehmer in der Anfangsphase wöchentlich und im weiteren Projektverlauf dann monatlich das Online-Portal, um den eigenen Stromverbrauch im Auge zu halten. Es gab aus dem Kreis der Projektteilnehmer einige Wünsche und Verbesserungsvorschläge, weil sich zum Beispiel die verschiedenen elektrischen Haushaltsgeräte dabei nicht eindeutig identifizieren lassen. So sind zwar Verbrauchsspitzen eindeutig auszumachen, die Suche nach dem Verursacher gestaltet sich dann aber schon schwieriger. Positiv bewertet wurden derweil die verschiedenen Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten, die das Portal bietet. In der Gesamtbenotung verliehen die User dem ELE Energiecockpit im letzten Jahr die Note 2,1.

Bei dem Projekt ging es aber nicht nur darum, Energiesparpotenziale aufzuspüren, sondern diese auch auszuschöpfen. „Während reine Smart-Meter-Lösungen eher zu Einmaleinsparungen verhelfen, verbessert die Kombination mit einer intelligenten Steuerung der Haustechnik die Chancen auf eine dauerhafte Senkung der Energiekosten“, sagt Christian Hofmann, Leiter des Privatkundenvertriebs bei der ELE. Der zweite wichtige Punkt, den es zu prüfen galt, war folglich das Zusammenspiel von intelligentem Zähler und intelligenter Haustechnik. In der Praxis hieß das, die aus dem eigenen Verbrauchsverhalten gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und bestimmte Haushaltsgeräte beispielsweise nur dann einzuschalten, wenn sie auch gebraucht wurden. Steuern konnte man das über das Webportal von RWE SmartHome: in Echtzeit via PC oder Notebook, per Fernsteuerung mit dem Smartphone oder über individuelle Nutzerprofile.

Mit dem Spareffekt zeigten sich alle Teilnehmer nach Abschluss des Projektes zufrieden. Insbesondere bei den Heizkosten war der Einsatz der intelligenten Regeltechnik der letzten Jahresrechnung deutlich abzulesen. Einziges Manko: Aktuell liegen die Einsparungen noch unterhalb der Investitionskosten. Darüber müssen sich die Projektteilnehmer allerdings vorerst keine Gedanken machen, das technische Equipment dürfen sie auch nach abgeschlossener Testphase behalten.

Auch für ELE und RWE Effizienz bleibt unter dem Strich ein positives Ergebnis. Christian Hofmann: „Einerseits wollten wir mit dem Projekt praktische Erfahrungen in puncto Installation, Betrieb und Wartung der intelligenten Zähler sammeln, um so Erkenntnisse für ein späteres Rollout zu gewinnen. Andererseits ging es ELE aus vertrieblicher Sicht darum, Erwartungen, Anforderungen und Akzeptanz bei den Kunden abzufragen. Das sind wertvolle Informationen für uns, denn gute Angebote, die auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten sind, lassen sich nicht im Labor entwickeln. Vielmehr müssen dazu die Wünsche, Anregungen und Verbesserungsvorschläge der Verbraucher in die Weiterentwicklung der Produkte einfließen. In diesem Sinne sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

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