Gute Noten für innovative Heiztechnik

Strom und Wärme im Einfamilienhaus

Wenn es darum geht, Ein- und Zweifamilienhäuser mit Wärme und Strom zu versorgen, gelten Brennstoffzellenheizgeräte als besonders energieeffizient. Um die Technologie zur Marktreife zu führen, wurde das bundesweite Projekt „CALLUX – Praxistest Brennstoffzelle fürs Eigenheim“ ins Leben gerufen. Mit der Bottroper Brennstoffzelle beteiligten sich E.ON Ruhrgas, Hexis und ELE an diesem Projekt. Nach Abschluss der Testphase zeigt sich Hausbesitzer Friedrich Werner äußerst zufrieden mit dem innovativen Heizgerät. Die Anlage arbeitete verlässlich und störungsfrei. Da ein Großteil des produzierten Stroms im eigenen Haus genutzt werden konnte und der zusätzlich ins Netz eingespeiste Strom entsprechend vergütet wurde, hat sich die Stromrechnung des Bottropers in der Summe halbiert. Bei Betrieb der Brennstoffzelle konnten bis zu 80 Prozent des gesamten Strombedarfs des Hauses gedeckt werden. Insgesamt wurden knapp 5.000 kWh Strom erzeugt, und das obwohl die Brennstoffzelle ausschließlich in den Wintermonaten in Betrieb war. Im Sommer wurde der geringe Wärmebedarf für Warmwasser über ein integriertes Brennwertgerät gedeckt. Gesunken ist aber nicht nur die Strom-, sondern auch die Gasrechnung des Hausbesitzers. In Summe wurden über 20 Prozent an Primärenergie und CO2eingespart.

Feldversuche mit neuen Heizungsanlagen erfolgreich

„Gefroren haben wir hier noch nie.“ Mit diesem Fazit bescheinigt Schulleiter Volker Schade von der Bottroper Astrid-Lindgren-Schule der Gaswärmepumpe auf dem Lehrerparkplatz den bestandenen Praxistest. Die Anlage hatte die Emscher Lippe Energie (ELE) dort im Rahmen der InnovationCity Ruhr gemeinsam mit ihren Projektpartnern E.ON Ruhrgas und Buderus im Dezember 2011 in Betrieb genommen. Nahezu zeitgleich starteten ELE und E.ON Ruhrgas noch einen weiteren Feldversuch mit einem Brennstoffzellenheizgerät des Herstellers Hexis in einem Einfamilienhaus in der Modellstadt Bottrop. Zwei Jahre lang lieferten die Mess- und Nutzungsdaten seither neue Erkenntnisse über die Funktionalität und Alltagstauglichkeit der Anlagen sowie über das Zusammenspiel der Systemkomponenten. Nun liegen die Ergebnisse vor. Sie bestätigen die Zuverlässigkeit und hohe Effizienz der innovativen Heizungsanlagen.

Warme Klassenzimmer

Gas-Absorptionswärmepumpen im niedrigen Leistungssegment wie die Logatherm GWPL41 von Buderus, die an der Astrid-Lindgren-Schule für warme Klassenzimmer sorgt, sind noch recht neu am Markt. Sie sorgen drinnen für wohlige Temperaturen, indem sie der Umgebungsluft draußen Wärme entziehen. Anders als Elektrowärmepumpen nutzen sie emissionsarmes Erdgas als Antriebsenergie und arbeiten so noch sparsamer und umweltfreundlicher. Ob sich solch eine Anlage erfolgreich an einer Schule betreiben lässt und wie zuverlässig und effizient sie arbeitet, das sollten die vergangenen zwei Heizperioden zeigen. Und die Ergebnisse überzeugen: Der Jahresnutzungsgrad der Gaswärmepumpe, das heißt das Verhältnis von genutzter Heizwärme zum eingesetzten Brennstoff, liegt bei ca. 135 Prozent. Damit konnten ca. 37 Prozent Energie und CO2-Emissionen gegenüber der Altanlage eingespart und damit die ursprünglich gesetzten Einsparziele von je 30 Prozent sogar übertroffen werden. Auch Optimierungspotenziale wurden identifiziert. Beispielsweise bei der Einstellung des Aufheizvorgangs und der Verteilung der Heizleistung auf Gaswärmepumpe und Spitzenlastkessel wurden nützliche Erfahrungen gesammelt.
Mit den Ergebnissen sind die Betreiber zufrieden. Erst im vergangenen Jahr hatte sich die Stadt Bottrop mit diesem Projekt um den Titel im Kommunenwettbewerb des Bundesverbands Wärmepumpe e.V. beworben und den 1. Platz als „Ausgezeichneter Ort der Wärmepumpe“ belegt. Aber auch an der Schule hat man die Entscheidung für die neue Technik nicht bereut. „Wir haben uns im Vorfeld natürlich schon Sorgen gemacht, was passiert, wenn in der Testphase nicht alles auf Anhieb klappt“, sagt Schulleiter Volker Schade. „Die Eltern verlassen sich darauf, dass ihre Kinder bei uns bis 16 Uhr im Warmen sitzen.“ Zum Glück waren alle Befürchtungen unbegründet. „Bislang arbeitet die Anlage absolut störungsfrei“, freut sich auch Hausmeister Erhard Stürmer. „Um sechs in der Früh läuft die Anlage an und bis Schulbeginn sind alle Klassen warm. So muss es sein.“

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