ELE bringt Elektromobilität in die Region

Gute Resonanz bei Informationsveranstaltung – Fachgruppe „Ladetechnik E-Mobilität“ – Angebote für private und gewerbliche Lademöglichkeiten

Die Emscher Lippe Energie (ELE) will auch weiterhin Motor dafür sein, die Elektromobilität in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck voranzubringen. Interesse an diesem Thema und Bereitschaft mitzumachen sind ausreichend vorhanden. Das ist das erste Fazit einer Informationsveranstaltung rund um Elektromobilität, zu der die ELE in der letzten Woche Fachleute und Interessenten in den Gelsenkirchener Wissenschaftspark eingeladen hatte. Mit diesem Thema hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen, das belegte nicht zuletzt die große Zahl der Zusagen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz auf unsere Einladung“, bestätigte ELE-Vertriebschef Guido Boß. „Sie bestärkt uns in der Einschätzung, dass die Zukunft der Elektromobilität aktuell eines der spannendsten Aktionsfelder für die Energiewirtschaft ist.“

Dass dieses Thema bei der ELE nicht nur eine Zukunft, sondern auch eine Vergangenheit hat, ließ sich mit einigen Fotos und Zeitungsausschnitten belegen. Und wie immer gaben die alten Aufnahmen Anlass zum Schmunzeln: Vom elektrogetriebenen VW-Bus mit großen Batterien und kleiner Leistung Mitte der 80er bis zum Zweisitzer „Hotzenblitz“ Mitte der 90er Jahre haben die Vorgängerunternehmen der ELE immer wieder den damals aktuellen Stand der Technik hier im Emscher-Lippe-Land präsentiert und getestet.

In den letzten Jahren wurde die Elektromobilität dann aus dem zwischenzeitlichen Dornröschenschlaf geweckt, und die ELE war wiederum praktisch vom Start weg mit von der Partie. Rund 30.000 Kilometer haben seitdem Studierende der Hochschule Ruhr-West in Bottrop mit fünf E-Scootern zurückgelegt und dabei so einige Erfahrung über die verschiedenen Batterietypen gesammelt. Mehr als 40.000 Kilometer legten die Stadtverwaltungen von Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen in umgebauten Fiat-Modellen zurück und vermieden bei den zurückgelegten Strecken mehr als vier Tonnen CO2. Auch im eigenen Einsatz hat die ELE einen umgerüsteten Fiat 500. In der InnovationCity Bottrop ist ein Citroën C-Zero unterwegs. Und für die Kunden der ELE steht seit einigen Monaten ein vollelektrisch betriebener Opel Ampera zum Testen zur Verfügung: Alle ELE-Card-Inhaber können dieser 150 PS starke Elektroauto beim AC-GE Autozentrum Dörpinghaus in Gelsenkirchen-Buer kostenlos für zwei Tage ausleihen.

Fazit der bisherigen Erfahrungen mit dem E-Auto: Setzt man die Autos im innerstädtischen Bereich ein, gibt es praktisch keine Reichweitenprobleme. Das Laden ist unkompliziert, die Fahreigenschaften sind für den Cityverkehr gut geeignet. Lediglich bei den nachträglich umgebauten Fiat-Modellen gab es Komforteinbußen, vor allem weil die Heizung die Erwartungen nicht erfüllt hat. Die Energiekosten pro 100 Kilometer sind mit deutlich unter vier Euro konkurrenzlos günstig. Insgesamt waren die Elektrofahrzeuge in den verschiedenen Projekten der ELE mit unterschiedlichen regionalen Partnern rund 120.000 Kilometer auf den Straßen des Emscher-Lippe-Landes unterwegs.

„Mit alle diesen Praxistests haben wir mittlerweile doch einige Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt“, so Guido Boß, „und mit 22 öffentlichen Ladesäulen sind wir im Vergleich der Regionen ziemlich weit vorne.“ Der nächste Schritt müsste jetzt hin zur privaten und gewerblichen Nutzung von E-Fahrzeugen führen. „Wir fördern die Anschaffung von Neufahrzeugen bei unseren Privatkunden mit 500 Euro, für den geschäftlichen Einsatz sogar mit 1.000 Euro pro Fahrzeug. Außerdem gibt’s den Strom an unseren öffentlichen Ladesäulen vom Start weg ein ganzes Jahr lang umsonst.“

Doch ebenso wichtig wie eine gute Infrastruktur durch ein dichtes Netz öffentlicher Ladesäulen sind unkomplizierte und schnelle Lademöglichkeiten im privaten und gewerblichen Bereich. Dank einer entsprechenden Fortbildung kann die ELE in der Fachgruppe „Ladetechnik E-Mobilität“ der Elektrogemeinschaft Emscher-Lippe e. V. auf inzwischen rund 30 zertifizierte Elektrofachbetriebe in Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck zurückgreifen. Guido Boß: „Für beinahe jeden denkbaren Einsatzfall ist eine passende Lösung realisierbar. Sollte der einzelne Elektrofachbetrieb einmal nicht weiterkommen, gibt es ja genau für diesen Fall die Fachgruppe, in der man sich Rat holen kann. Und sollte auch das nicht helfen: Wir von der ELE sind ausgezeichnet vernetzt. Das nutzen wir gern, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen.“

Die Veranstaltung im Wissenschaftspark hat jedenfalls die Erwartungen der Besucher erfüllt. Allein zehn verschiedene E-Autos konnten unter die Lupe genommen werden. Dass macht natürlich neugierig. In den Tagen danach gab es bei der ELE einige konkrete Anfragen zu diesem Thema. Was daraus wird? „Wir müssen es abwarten“, dämpft Guido Boß zu große Erwartungen, „denn ehrlich gesagt ist der Einstieg in die Elektromobilität für viele Einsatzfälle von echter Wirtschaftlichkeit im Moment noch ein Stück entfernt.“ Wenn allerdings die Fahrstrecken und -zeiten sowie die Ladephasen so planbar sind, dass man die Vorteile des E-Antriebs perfekt ausnutzen kann, kann die Anschaffung auch heute schon attraktiv sein. „Wir machen uns gern mit unseren Kunden gemeinsam auf die Suche nach einer optimalen Lösung für Umwelt und Wirtschaftlichkeit.“

Ein anderes Thema aus dem Bereich der Elektromobilität ist den E-Autos hinsichtlich der Marktfähigkeit bereits einen großen Schritt voraus. Die so genannten Pedelecs (kurz für Pedal Electric Cycle), praktisch Fahrräder mit akkubetriebenem Rückenwind, erfreuen sich seit ein paar Jahren wachsender Beliebtheit. „Das Thema kannte vor fünf Jahren auch noch kaum jemand“, blickt Guido Boß zurück, „und heute ist es fast schon alltäglich. Vielleicht geht es ja mit den Elektroautos irgendwann genauso schnell.“

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