Altes Gemäuer in junger Hand

Azubis sorgen für Licht und Ton im Hof Jünger

Im Kulturzentrum Hof Jünger wird fleißig gewerkelt. Bereits am Montag haben die Auszubildenden der ELE Verteilnetz GmbH (EVNG) begonnen, die Elektroinstallationen in Haus II zu erneuern. Bis zum Wochenende soll alles fertig sein, denn in der kommenden Woche endet mit den Sommerferien auch die Veranstaltungspause. Gemeinsam mit Hermann Reinbold, Vorsitzender des Bürgervereins Hof Jünger, haben sich die Geschäftsführer der Muttergesellschaft ELE, Dr. Bernd-Josef Brunsbach und Ulrich Köllmann, heute vor Ort vom Fortgang der Arbeiten überzeugt.

Ab der kommenden Woche werden im Saal im oberen Stock wieder für Kabarett- und Konzertabende, Lesungen, Comedy oder Figurentheater die Lichter angehen. Mittlerweile sind regelmäßig Künstler aus ganz Deutschland zu Gast und der Veranstaltungssaal ist stark frequentiert. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern und Sponsoren arbeitet der Bürgerverein Hof Jünger Kirchhellen fortlaufend daran, die Räume für den Veranstaltungsbetrieb zu optimieren. So ist u. a. eine professionelle Licht- und Tonanlage angeschafft worden. Um diese betreiben zu können, stand aber erst einmal eine Runderneuerung der maroden Leitungen des alten Gemäuers auf dem Programm. Diese Aufgabe übernahmen die Azubis der EVNG gern und kümmerten sich bei dieser Gelegenheit auch gleich um energiesparende Lampen für die Saalbeleuchtung.

In der Gelsenkirchener Ausbildungswerkstatt der EVNG erlernen derzeit 23 Jugendliche den Beruf des Elektronikers für Betriebstechnik. Gemeinsam mit Ausbilder Florian Skandera und unter Anleitung von Michael Fischedick, Leiter der Ausbildungswerkstatt, machten sich in diesem Fall Kai Haase, Maximilian Labrenz, Marvin Scheele, Matthias Vössing und Lars Wulfert ans Werk. Sie alle sind Auszubildende im 4. Lehrjahr und stehen kurz vor der Abschlussprüfung. Dieses Projekt bot den angehenden Elektronikern für Betriebstechnik eine gute Gelegenheit, in der Praxis wertvolle Erfahrungen für das Berufsleben zu sammeln. Vor Ort hatte man sich zunächst ein Bild der Situation verschafft, bevor es in die Planung ging. Michael Fischedick: „Aufgaben wie diese sind ein fester Bestandteil der Ausbildung bei der EVNG. Unsere Auszubildenden lernen dabei, anstehende Arbeiten selbstständig zu planen und durchzuführen sowie zu kontrollieren und zu dokumentieren. Sicher ist ein Projekt wie dieses nicht alltäglich, dafür aber umso spannender. Die vorhandenen Elektroinstallation mussten auf die Anforderungen der modernen Bühnentechnik zugeschnitten werden und das hieß für uns, die technischen Anlagen und Hauptleitungen auf etwa 150 Quadratmetern teilweise zu erneuern.“

Die Arbeiten umfassten das Legen neuer Leitungen, das Erneuern der Unterverteilungen mit Sicherungen und Fehlerstromschutzschaltern (FI-Schaltern) sowie die Installation von Lichtschaltern und Steckdosen. Der größte Batzen Arbeit wartete im Veranstaltungssaal selbst. Die Saalbeleuchtung soll künftig dimmbar sein – so lautete der Wunsch der Verantwortlichen des Trägervereins. „Bei 75 Lampen á 60 Watt ergibt das 4.500 Watt, die dimmbar gemacht werden müssen“, rechnet Michael Fischedick vor. „Ein normaler Dimmer ist aber nur auf etwa 500 Watt ausgelegt. Deshalb mussten wir hier erst einmal die Verteilung entsprechend anpassen.“

Im Veranstaltungssaal kann künftig aber nicht nur gedimmt, sondern auch gespart werden. Dazu haben die Azubis zusätzlich alle Leuchten mit modernen Energiesparlampen bestückt. Hermann Reinbold freute sich über die neuesten Sanierungsfortschritte in Haus II: „Wir wollen unseren Gästen ein breit aufgestelltes Kulturprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Kabarett, Kultur und Musik bieten und bemühen uns in diesem Zusammenhang intensiv, auch die räumlichen Gegebenheiten stetig weiterzuentwickeln. Dabei sind wir auf die Unterstützung von Kooperationspartnern angewiesen. Dass wir ELE und EVNG dafür gewinnen und die jungen Leute für dieses Projekt begeistern konnten, bringt uns auf diesem Weg einen großen Schritt nach vorn.“

Inzwischen ist der Großteil der Arbeiten gestemmt. An der Außenfassade wurde zu guter Letzt noch ein beleuchteter Schaukasten angebracht. Er gibt sicher bald Auskunft über die aktuellen Programmhighlights im Hof Jünger, denn schon in der kommenden Woche geht der Veranstaltungsbetrieb ja in die nächste Runde.

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